Fotos von Lena Schiemann und Simona Dietrich-Knüppel www.modernvisual.com

DAS BLAUE BAND DER NIEDERELBE


Die jährlich im Spätsommer ausgerichtete Wettfahrt vom Hamburger Yachthafen in Wedel nach Cuxhaven um das "Blaue Band der Niederelbe" setzt eine alte Tradition fort. Ursprünglich wurde es dem schnellsten Fischkutter verliehen, der zum Beginn der Fangsaison von Hamburg nach Cuxhaven segelte.

Wie wurde aus einer Wettfahrt von Fischern eine Segelregatta?
Vor über 70 Jahren griff der SVN die Idee des "Blauen Bandes" auf und schrieb erstmals diese Regatta für Yachten aus. Im Laufe der Zeit wurde die Regatta den veränderten Bedingungen angepasst: Umfasste die Regatta anfangs noch eine Nachtfahrt mit Start in Waltershof, so ist heute die Wettfahrt bei Tageslicht abzuschliessen. Aber um der Tradition auch heute noch Rechnung zu tragen, müssen die Yachten reviertypisch sein. Daher sind Mehrrumpfboote, Einmannjollen, Segeln mit Trapez oder Auslegern nicht zugelassen. Wegen der erhöhten Stromgeschwindigkeit und seit Jahren fehlender Zieldurchgänge mussten nun auch Jugendwanderkutter ausgeschlossen werden.

Preise

Der schönste Preis ist der lange blaue Wimpel, der Namensgeber der Regatta, geschmückt mit der jeweiligen Jahreszahl. Dieser wird im Zielhafen der schnellsten Yacht für ihren Verein übergeben. Selbstverständlich erhält der Eigner einen Erinnerungspreis. Analog gewinnt das schnellste Schwertboot einen mit der Jahreszahl beschrifteten grünen Wimpel. Doch gewinnen kann diese Preise nicht jeder: Aufgrund des Ursprungs der Regatta können diese beiden Preise nur gewonnen werden, wenn die Yacht und Steuermann/frau in einem an der Elbe oder ihren Nebenflüssen unterhalb Geesthacht beheimateten Segelverein Mitglied sind. Um einen der über 30 Wander- und Sonderpreise zu gewinnen, bedarf es nur der Mitgliedschaft in einem Segelverein. Diese Preise werden für einen Sieg oder Platz in der Gruppe oder in den Einheitsklassen vergeben, berechnet nach Yardstick. Weiterhin werden auch IMS und ORC gewertet.

Was ist das Besondere an dem "Blaue Band der Niederelbe"?
Die Reize des Elbreviers mit der Tide, dem Fahrwasser, den Inseln und Flachs sind eine Herausforderung für jeden Segler. Diese reizvollen Eigenheiten des Reviers sorgen dafür, dass auch vermeintliche Aussenseiter durch solide Seemannschaft und Revierkenntnis eine faire Chance erhalten. Erstaunliche Ergebnisse sind an der Tagesordnung. So haben im Jahr 2002 nach gemessener Zeit nur wenige Minuten gefehlt, dann hätte der 20er Jollenkreuzer "Gammel" gegen die wesentlich größeren Yachten gewonnen. Auch der "Rekord" des Gewinners mit der längsten Zeit, 13 Stunden, gegen den momentanen Schnelligkeitsrekord von knapp 5 Stunden zeigt, dass die Elbe den Vergleich mit jedem Dreieckskurs nicht scheuen braucht. Es werden meistens alle Tücher gebraucht.

Die Elbauf-Wettfahrt

Die Elbauf-Wettfahrt des SVWS am Sonntag nach der "Blaue Band" von Cuxhaven nach Wedel erlaubt vielen Yachten eine Revanche zu segeln. Sie wird seit 1974 veranstaltet und fordert die Revierkenntnisse aufs Neue heraus. Der Flutstrom hat ganz andere Bedingungen und auch auf der "Elbauf" haben wir bei den Yachtis richtige Stromkenner. Es gibt auch hier einen Sonderpreis mit Heimatrecht, das "Weiss-Blaue Band". Darüber hinaus warten 40 weitere Preise auf einen Gewinner. Vier Wanderpreise werden für Leistungen in beiden Wettfahrten vergeben. SVWS und SVN arbeiten nun seit fast drei Jahrzehnten zusammen und werden die beiden Regattan auch 2004 für Sie veranstalten.
Segler-Vereinigung Niederelbe | Impressum